Inhaltsverzeichnis
Trouble-Shooting
Erkenntnisse und Bedienung/Service Tipps, die mit der Zeit gelernt wurden:
Schaumbekämpfung
<color red>Luftzufuhr abstellen</color>
Idee: Die Luftansaugung vom Injektor schliessen, sodass keine neuen Luftblasen entstehen, aber die Kreislaufpumpe mit Umwälzung weiterläuft
Ergebnis: Wurde am Prototypen ausprobiert und funktioniert nicht. Mit dem fehlenden Luftvolumen bricht die Walze im Reaktor zusammen. EIMOs bleiben im Sieb stecken und das Sieb verstopft → Trockenlauf der Pumpe. Der Schaum fällt zwar schnell zusammen, aber dann wird die Luftansaugung wieder freigegeben und Schaum kommt sofort zurück. Die Anlage verfällt ins Pendeln. Auch die Biologie wird durch den steten Wechsel der Belüftung gestresst was die Schaumbildung eher verstärkt.
Einstellungen am Gavazzi Gerät
Leuchtet die Sonde, auch wenn kein Schlamm an dieser ist. kann die Sensitivität heruntergedreht werden. Normal ist die Einstellung S und 7. Um die Detektion ohne Grund zu vermeiden, muss die Sensivität verringert werden ( gegen 1 gedreht werden) und/oder der Brereich muss von S(Standard) auf L(Low) gestellt werden.
<color red>Schaumbekämpfungsmittel (zB Hydrior)</color>
Idee: Mit der Zugabe von Schaumbekämpfungsmittel wie Hydrior wird der Schaum zerstört.
Ergebnis: Hydrior hilft nur in dem kurzen Moment wo es auf den Schaum gesprüht wird, die starke Umwälzung bindet das Mittel aber schnell im Wasser und es schäumt kurz darauf weiter.
Mit dem automatischen Einimpfen von Schaumbekämpfungsmittel (Amstutz Foamaster Forte ) kann zwar der Schuam bekämpft werden aber die Anlage kommt nicht in Schwung, zudem verstopft das Sieb schneller und Rückstände bleiben im Reaktor
<color green>Aktivkohlepulver</color>
Idee: 1-2 dl Aktivkohlesuspension wird in die Reaktorkammer beigemischt
Ergebnis: Das Aktivkohlepulver verteilt sich im Wasser und führt zu einer sehr leichten Trübung. Über die Umwälzpumpe wird das Pulver durch die Düsen über dem Schaum verteilt und absorbiert nachhaltig Tenside. Sehr gute Wirkung innerhalb von Minuten, die lange anhält bis sämtliche Aktivkohle ausgeschwemmt wurde.
Zum Anfahren der Anlage bei IBN oder nach langer Standzeit sollte etwas Aktivkohlepulver beigegeben werden um den Schaum zu bekämpfen bis die Biologie adaptiert ist.
<color green>Abschlämmung abstellen</color>
Idee: Wir haben beobachtet, dass wenn Sieb und Schlammkammer komplett sauber ist (auch gereinigt nach Monaten im Betrieb) vermehrt Schaum entsteht. Der Schlamm hilft also bei der Schaumbekämpfung.
Ergebnis:
- Schlammumwälzung mittels Schlauchquetschpumpe oder Mammutpumpe innerhalb der Schlammsedimenationskammer. Dadurch wird anaerober Schlamm vermieden, grössere Flocken fangen kleinere Schlammpatikel und erzeugen ein klareres Filtrat. Gleichzeitig wird so immer ein wenig Schlamm auch von der Umwälzpumpe angesaugt und bekämpft aktiv den Schaum im Reaktor.
- Niemals die Schlammkammer ganz leeren/putzen. Falls doch muss die Abschlämmung für ein paar Tage abgestellt werden, damit sich wieder eine Grundschlammmenge bildet, die umgewälzt werden kann.
- Durch den Einbau eines Schlammrückhalts auf der Schräge beim Schammfang kann immer eine Minimalmenge an Schlamm zurückgehalten werden, was sich positiv auf die Schaumbildung auswirkt, da beim Abschlämmen nicht der gesamte Schlamm ausgespülrt wird.
STB Abpumpen
Wenn der STB abgepumpt werden muss, sollte dies nie durch die Reaktorkammer des Bioreaktors passieren. Die plötzliche hohe Schmutzfracht, voraussichtlich gefolgt von einer ruhigen (oder sogar Hunger-)phase schockt die Biologie. Die Druckleitung der P2 (die Zufuhrleitung auf den Reaktor) ist mit einem Camlock Schnellverschluss angeschlossen. Der Schlauch sollte lang genug sein, sodass die Druckleitung direkt in die Filtratkammer gelegt werden kann.
So kann mit der bestehenden STB Pumpe P2 der STB direkt in die Kanalisation gepumpt werden ohne die Biologie zu beeinflussen.
Diese Massnahme ist keine Handlungsempfehlung, sondern soll für einen schonenden Umgang mit der Biologie sensibilisieren!
Schlamm- & Filtratpumpe
3D Druck Pumpengehäuse
Druckeinstellungen
Abdichten des Gehäuses
<color red>Druckteil backen</color>
Idee: Das PLA Teil im Backofen „nachglühen“ um die Filamente noch besser mit einander zu verschmelzen. Nachgeglühtes PLA ist schlagfester und hat eine höhere Steifigkeit.
Ergebnis: Das PLA Teil verzieht sich und es ist unmöglich passgenaue Masse beizubehalten. Für die Versuchsergebnisse siehe PLA Nachglühen.
Temperatur im Reaktor
zu Hohe Raumtemperatur / zu kleiner Aufstellraum
Ergebnis Temperaturen über 37°C führen zu vermehrter Schaumbildung. Insbesondere wenn der Druchsatz gering ist, kann diese Temperatur in einem kleinen Raum schnell erreicht werden. Hier muss die Abluft vom Reaktor zwingend abgeführt werden, Auch soll der Raum belüftet sein. Raumtemperaturen über 25°C über einen Längeren Zeitraum sind zu vermeiden.
Sonstiges
Reinigen des Reaktorkopfraums
Die Schaumdüse, die im mobilen Deckel verbaut ist, ist mit einem langen Schlauchstück und über einen Kugelhahn angeschlossen. Wenn man den Schlauch aus der Düse löst, kann man mit dem Kugelhahn sehr kontrolliert das Prozesswasser zum Abspritzen der Schaumdüsen und des Reaktorinnenraums nutzen.
Vorsicht: Wasserverluste des Prozesswassers müssen mit Frischwasser ausgeglichen werden!
